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Nicht oft
wurde einer Veranstaltung im Haus 13 so derart erwartungsfreudig
entgegengefiebert und schubkarrenweise mit Vorschusslorbeeren versehen wie
diese. Beides jedoch eindeutig zu Recht. Der Auftritt von Frank Ramond
hier bei uns in Elmshorn war schon etwas wirklich besonderes.
Ramond war bislang nur versierten Kennern ein Name und
darüber hinaus lediglich solch Leuten bekannt, die auf CD-Hüllen auch das
Kleingedruckte lesen. Trat er bislang nahezu ausschließlich als Texter für
zuletzt Barbara Schöneberger, Ina Müller, Annett Louisan und Roger Cicero
in Erscheinung und ist verantwortlich für Lieder wie etwa „Zieh die Schuhe
aus“, „Frauen regier´n die Welt“ und „Das Spiel“, geht er jetzt selbst auf
die Bühne und hinter´s Mikrofon.
Mit so
einer „Vorstrafenliste“ an Hits und Ohrwürmern (nur im besten Sinne des
Wortes) im Gepäck konnten die Erwartungen an diesem Abend nur äußerst
hoch liegen und das Elmshorner Publikum, darunter eine große
Ramond-Fraktion aus Hamburg im Schlepptau, wurde nicht enttäuscht. War er
zuvor stets nur der Mann im Hintergrund, will Ramond es jetzt wissen und
seine eigene Bühnentauglichkeit ausloten.
Das knapp
einstündige Set begann gleich sehr flink mit einer Nummer, die sofort ins
Ohr geht und im Kopf bleibt - „Ich zähl bis drei“ hat eindeutig mehr als
nur Mitschnipp-Potenzial. Die Vorab-Single aus dem im November
erscheinenden Album „Große Jungs“ hat es bereits ins Radio geschafft und
sollte demnächst auch vorne in den Hitparaden auftauchen. Nicht minder die
weiteren Stücke des Abends; unter den anderen sind „Prenzlauer Zwerg“
„Direkt auf dem Sofa“, „Und jetzt schäm ich mich“ und „Sie wird sein wie
sie“ wortspielreich und geladen mit Ironie, auch gegen sich selbst. Anders
gesagt ist das einfach nur Deutsch-Pop vom Allerfeinsten. Die Texte sind
intelligent und die Musik hat den schon von Annett Louisan und Roger
Cicero bekannt eingängigen Chanson-Stil, nach bester Handschrift des
Künstlers. Unterstützt von einer Riege exquisiter Musiker, allen voran
Hardy Kayser an der Gitarre, steigt Ramond auch musikalisch auf sehr hohem
Niveau in sein neues Betätigungsfeld ein. Frank Ramond nennt sie die
härteste Chanson-Band der Welt, wahrlich sind es allesamt sehr gute
Musiker, die ihr Handwerk beherrschen.
Auch
thematisch bleibt Ramond sich treu. Seine Texte handeln vornehmlich von
Männern und Frauen und ihren Angelegenheiten mit einander, so hätte der
eine oder andere Song auch nahtlos von Louisan oder Cicero interpretiert
werden können. Wenn man es so sehen will, dann blieb das Setzen einer
eigenen Marke aus. Dass man sich deswegen minder unterhalten fühlte, kann
man jedoch nicht behaupten. Deutscher Chanson-Pop mit gescheiten Texten
nach Art Ramonds funktioniert einfach.
Er ist
kein windiger Typ, so wie er in einem Lied jemanden portraitiert. Im Laufe
des kurzen Konzerts gewann jeder einzelne im Publikum den Eindruck, dass
Frank Ramond einfach ein charmanter Typ ist, mit dem Mann gerne eine Bier
trinken und Frau stundenlang der sonoren Stimme lauschen und dem
verschmitzen, fast lausbübischen, Grinsen zusehen möchte.
Am Ende
dann dankte das Haus 13 Publikum Ramond und seinen Begleitmusikern mit
stehenden Ovationen. Als wollte es ihn gar nicht wieder gehen lassen, wohl
wissend, dass man ihn wohl nicht noch einmal in Elmshorn begrüßen darf. Es
ist mehr als wahrscheinlich, dass er die Wohnzimmeratmosphäre des Haus 13
mit den größeren und renommierteren Bühnen der Republik eintauschen wird.
Erst nach der dritten Zugabe (mangels Repertoire jeweils ein schon zuvor
gehörter Song) verlies er die Bühne und hinterlies ein restlos
begeistertes Publikum.
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