Nachlese von Arne Tiedemann

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 Freitag, 20. März 2009

Still got the blues Paul Goodyear
rockt das Haus 13

Die Krückausmündung ist nicht das Mississippi-Delta und Elmshorn nicht New Orleans! Somit fanden an diesem Abend leider nicht viele Leute den Weg ins Haus13, um die Paul Goodyear Band live zu erleben. Die wenigen, die jedoch da waren, sollten ihren Besuch nicht bereuen und bekamen Rock und Blues, Genre-Klassiker, eigene Stücke und Improvisationen um die Ohren gehauen. Wummernd, krachend, kreischend waberte ein unglaublicher Sound durch den Saal, den man nicht nur hören, sondern auch deutlich in Brust und Bauch spüren konnte. Bei den schnellen Stücken mit treibendem Rhythmus begann man unweigerlich mit dem Kopf zu nicken oder mit dem Fuß den Takt mit zu stampfen.  

Bandleader Paul, geboren in London und seit zehn Jahren Elmshorner, ist ein sehr publikumsnaher und sympathischer Musiker, der aus seiner Gitarre Töne, Geräusche und Effekte herausholt, die man einem Stück Holz auf dem sechs Stahlsaiten montiert sind, nicht zutraut und vor allem hier in der Gegend viel zu selten hört. 

 


Paul Goodyear

Leider blieb die Zahl der Zuschauer übersichtlich, Paul und seine Männer hatten ohne weiteres ein proppevolles Haus 13 verdient gehabt. Blues an sich ist in Deutschland nun mal nicht massentauglich und kleben hier zu Lande die Prädikate Langatmigkeit, Schwere und Freudlosigkeit an, wer jedoch Paul Goodyear auf der Bühne erlebte, sah Leichtigkeit, Spielfreude und Hingabe pur. Die Atmosphäre eines Downtown Bluesclub einer amerikanischen Metropole wäre perfekt gewesen, wäre das Rauchverbot aufgehoben und wir hätten durch Schwaden von Qualm im gleißenden Scheinwerferlicht mit schmerzverzehrten Gesicht diesen Mann mit Hut und Brille die letzten Töne aus seine Gitarre herausholen sehen.

 
Nachlesen 2009

HAUS 13 --- Adolfstrasse 13 --- Elmshorn