Trotz vorfrühlingshaftem Wetter und Fußball im
Fernsehen war das Haus 13 wieder einmal restlos ausverkauft - und das an
einem Mittwoch. Kein Wunder, denn das Ensemble des Improvisationstheaters
Steife Brise aus Hamburg garantiert nun einmal ein volles Haus.
Die Steife Brise geht sofort in die vollen und schon das Warm up ist die
erste Programmnummer, in der das Publikum zum einen ordentlich gebrieft
wird, aber auch einen Eindruck bekommt wie der weitere Abend verlaufen
wird. Die Elmshorner waren aber auch sofort auf Zack und bei dem
traditionellen Abfragespiel nach Farben, Werkzeugen und welche Automarke
oder welches Tier wohl der Sitznachbar sein könnte, ließen sie sich nicht
lange bitten und waren sofort lautstark mit dabei. Schließlich lebt
improvisiertes Theater von einem aufgeweckten Publikum.
Sofort nach der ersten Kurzgeschichte, einer Szene aus dem Hamburger
Elbtunnel, die mit dem Tunnelschlager „Der Kleber des Lebens“ endete, war
bestimmt auch der letzte Zweifler (sofern es denn je einen an diesem Abend
im Saal gab) vom Konzept des spontanen Schauspiels überzeugt.
Der anschließende Twighlight-Persiflage wirkte ausnnahmsweise etwas zäh,
doch umso witziger kam der darauf folgende Feuerwehreinsatz zweier
„Tussis“ daher, die durch mehrere, natürlich vom Publikum zuvor bestimmte,
Gefühlswelten hindurch mit sich und dem Brand kämpften. Zu einem wahren
Parforceritt durch das Alphabet wurde ein Zahnarztbesuch und das so
typisch deutsch erscheinende, spießbürgerliche Angrillen als Operette und
Western vorgetragen, welches dann als Heavy Metal Song mit Hip-Hop
Einfluss endete, waren wohl die darstellerischen Höhepunkte des Abends.
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Steife Brise
Nach der Pause, in der die Zuschauer die
Möglichkeit hatte irgendwelche Sätze oder Phrasen auf einen Zettel zu
schreiben, die später mit ins Programm einfließen sollten, ging es Schlag
auf Schlag weiter und man erfuhr wie facettenreich so ein
Griechenlandurlaub doch sein kann.
Das Ensemble, bestehend aus Katharina Butting, Ulrike Schlösser und Knut
Kalbertodt samt ihres Pianisten Markus Glossner, versteht gekonnt das
Spiel mit dem Publikum, wo von an diesem Abend besonders die erste Reihe
quasi ein Lied von singen konnte. Das Spiel von Ebbe und Flut in Elmshorn
wurde auf der kleinen Haus-13-Bühne mit sehr viel Gesang geschildert und
zwar immer dann, wenn eine zuvor auserkorene Elmshornerin das Stichwort
dazu gab.
Um kurz vor halb elf endete einmal mehr in kurzweiliger Abend in der
Adolphstraße und ein restlos begeistertes Publikum verließ den Ort des
intuitiven Planlosigkeit. Bei so viel Spontanität sollten alle diejenigen,
die die Steife Brise nun leider verpasst haben sich aber schon jetzt den
1. März 2011 im Kalender vormerken, denn da kommt sie wieder stürmisch
nach Elmshorn.
Arne Tiedemann
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